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Der Entwurf und die Errichtung der Cristo Redentor Statue

Der Corcovado Berg

Der Corcovado Berg sitzt in dem Carioca Gebirge, und überschaut die Stadt Rio de Janeiro mit einer höhe von 710 Meter. Seit dem 19. Jahrhundert war es ein beliebtes Reiseziel, um die Stadt von oben bewundern zu können.

 

Die Corcovado-Bergbahn wurde in 1884 gebaut, mit einem innovativem Zahnradsystem aus der Schweiz. Es war 3827 Meter lang, mit 4 Stationen; die vierte Station war nur 40 Meter vom Gipfel entfernt.

 

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Die Corcovado-Bergbahn vor 1903, noch ohne Strom.

In 1906, kurz nach der Installation von elektrischen Straßenlichter und Straßenbahnen in Rio de Janeiro, wurde die Corcovado-Bergbahn die erste elektrische Bahn in Brasilien, was die jährliche Passagiernummer zu 48,000 steigerte.

 

Cristo Redentor — Christus, der Erlöser

 

Seit den 1550ern, hat die Katholische Kirche Brasilien zum Großteil beherrscht, aber das änderte sich langsam am Anfang der 1920ern. Die Kirche war dabei die Unterstützung der Brasilianer zu verlieren, da das Land nach dem Ersten Weltkrieg unter erhöhtem Einfluss Europas war, besonders von der sozialistischen Politik und den neue Wirtschaftsideen.

 

Rio de Janeiros mächtige Katholische Kirche entschied, dass ein großes religiöses Denkmal erbaut werden müsste um Leute wieder zusammen — und auch zurück unter Einfluss der Kirche — zu bringen.

 

Es wurde eventuell entschieden, dass der Corcovado Berg der perfekte Ort für solch ein Denkmal sein würde. Viele Entwürfe wurden vorgestellt für solch in prestigeträchtiges Projekt, aber der Architekt und Ingenieur Heitor da Silva Costa gewann die Kommission. Seine erste Vision war von einen stehenden Christus der ein großes Kreuz in einer Hand hielt, und einen Globus in der anderen.

 

 

 

Ein Bild des Christus zu erschaffen ist ein hoher Anspruch und eine große Verantwortung. Es in den größten Proportion zu bauen, würde, ohne Zweifel, der größte Anspruch und die größte Verantwortung meines Lebens sein.

Heitor da Silva Costa

 

Im Februar 1922, bekam Präsident Epitácio Pessoa eine Petition mit über 20,000 Unterschriften von Frauen die die Errichtung des Jesus Christus auf dem Corcovado Berg unterstützten. Zuvor wurde das Projekt immer wieder verschoben auf Grund von Druck der Protestanten Kirche und andere religiösen Gruppen, die sich beschwerten, dass die Statue von der Katholischen Kirche konzipiert und unterstützt wurde. Aber nachdem der Präsident die Petition sah, informierte er all die Gruppen, dass wenn sie früher eine ähnliche Idee zu ihm gebracht hätten, hätte er ihnen auch sein Einverständnis gegeben. Die Errichtung der Statue konnte jetzt wie geplant anfangen.

 

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In September 1923, nahm ein Spendeaktion Platz, die ‚Denkmal Woche‘ — in nur sieben Tagen, wurden über 1000,000 Réis gesammelt — die hälfte nötig um die Statue zu bauen.

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Währenddessen war Heitor dabei seine Pläne zu fertigen. Er wurde von den Radio Antennen auf den Corcovado Berg inspiriert, und hat somit sein Entwurf geändert. Seine Christusfigur würde jetzt ein großes Kreuz darstellen, mit einer Höhe von 40 Metern, und eine Arm Spanne von 40 Metern.

 

Er suchte ein felsiges Gelände aus, direkt am Gipfel, als der perfekte Ort von dem Christus hinunter auf die Stadt schauen konnte.

 

Die Errichtung des Cristo Redentor

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Heitor da Silva Costa kam zu der Schlussfolgerung, dass er das neu erfundene Material, Stahlbeton, benutzen müsste für seine Struktur, weil eine Statue aus Bronze viel zu schwer sein würde um den Berg hochzutragen, und ein Metal Rahmen viel zu hässlich sein würde, und auch nicht die Witterung gut überleben würde. Er schrieb in seinem Tagebuch:

 

"Die Öffentlichkeit ist es schon gewöhnt Stahlbeton zu sehen in Ingenieurarbeit, Säulen und Pfosten, etc., aber ich werde es als Kunstwerk darstellen; es scheint immer noch außergewöhnlich genug zu sein. Dieses Material ist aber Modern, und es ist das Material der Zukunft."

In 1924 kam Heitor in Kontakt mit Albert Caquot, der große Meister des Bauingenieurwesen in Europa, um Hilfe zu bekommen einen Bildhauer zu finden, der ein maßstabgetreues Modell machen konnte. Er traf somit viele Bildhauer in Paris, München, Florenz und Rom, aber entschied sich mit dem berühmten Bildhauer Paul Landowski in Paris zu arbeiten. Während Landowski sich damit beschäftigte die Gipsformen für die Hände und den Christus Kopf zu machen, arbeitete Albert Caquot an den letzten Details der Plänen der Struktur aus Stahlbeton.

 

Die endgültigen Pläne hatten die folgenden Messungen der Statue:

 

Höhe: 30 Meter

Sockel: 8 Meter

Kopf: 3,75 Meter

Handspanne: 3,20 Meter, und Armspäne von Fingerspitze zu Fingerspitze 28 Meter

 

Das Gesamtgeweicht der Struktur würde 1.145 Tonnen sein; allein der Kopf würde 30 Tonnen wiegen, und jeder Arm würde 80 Tonnen wiegen.

 

In einem Brief an Heitor da Silva Costa, schrieb Paul Landowski:

 

‚Dein Prozess war natürlich hervorragend; Mathematik wird immer die Königin der Architektur sein, und auch sogar der Kunst der Skulptur.‘

 

Heitor war es sehr wichtig Landowski zu vermitteln, dass der Kopf und Hände als Kunstwerk angesehen sein sollten — als eine Skulptur — und, dass der Körper und die Arme Werke der Architektur sein würden. Er beauftragte Landowski ein 4 Meter hohes Replik zu konstruieren.

 

Dieses Foto zeigt Landowski in seinem neuen Studio an der Boulevard Saint Germains, als er das 4 Meter hohes Modell konstruiert.

 

Mit der Konstruktion endlich im Schwung, war Heitors nächstes Problem ein Material zu finden das er als Überzug für die Statue benutzen könnte. Er wusste schon, dass der Stahlbeton der Struktur nicht den richtigen artistischen Glanz geben würde den er brauchte. Und in 1927 traf Heitor auf die perfekte Lösung, völlig zufällig — bei einem Brunnen in Paris sah er, dass die Wände mit einem Mosaik von kleinen dreieckigen Silber Fliessen bedeckt war. Seine erste Idee war, die Aussenhülle des Christus mit tausenden kleinen Keramik oder Steinfliessen zu bedecken. Innerhalb 24 Stunden hatte er schon mehrere Proben machen lassen, von einem Keramik Studio in der Gegend. Die Proben waren alle verschiedene Größen und Materien, unter anderem auch Speckstein.

 

Speckstein war schon weit verbreitet in den Kirchen Brasiliens, da es leicht erhältlich war und die Farbe nie verblasste. Speckstein ist auch resistent zu Regen und Sonnenschein, und neigt nicht dazu sich auszudehnen oder zu schrumpfen durch wechselnde Temperaturen. Heitor wusste, dass es das perfekte Material für sein Mosaik war.

 

Als Landowski von der Idee erfuhr, schrieb er zu Heitor:

 

‚Ich bin völlig begeistert mit was du erreicht hast, und kann dich nur für deine hervorragende Idee gratulieren. Ich bin völlig deiner Meinung, dass dieses Material einen noblen und feinen Effekt haben wird, mit dem Zusatznutzen, dass es zu allem resistent ist.‘

 

Women mosaicing

Die Idee wurde zurück nach Rio de Janeiro gebracht, und viele Damen der Gesellschaft trafen sich öfters in Kirchen, um diese Speckstein Dreiecke auf Gitter zu kleben, die dann später jeden Teil des Christus bedecken würden, ausser sein Kopf und seine Hände. Es wird gesagt, dass manche der Frauen die Name ihrer Geliebten auf die Rückseite der Fliesen schreiben, bevor sie auf das Gitter geklebt wurden, und damit ihre Liebe für immer siegelten.

Mosaic feet Heitor and Pedro etc on the scaffolding.

Von rechts nach links:

Heitor da Silva Costa, Pedro Fernandes Vianna da Silva, Antonio Ferreira Antero und Heitor Levy.

 

headless christ

Die Konstruktion von dem Körper des Christus begann Mitte 1926, unter Überwachung von Heitors Kollegen, der Architekt Heitor Levy und die Ingenieure Antonio Ferreira Antero und Pedro Fernandes Vianna da Silva.

Photograph (12)

Der Bau dauerte fünf Jahre, und in dieser Zeit ist kein Mann ums Leben gekommen, trotz der vielen gefahren und den großen Höhen.

 

Cristo Redentor wurde am 12. Oktober, 1931, eingeweiht, nach einer ganzen Woche voller Festivitäten, die ‚Nationale Woche des Cristo Redentor‘ gennant. Leute von allen Ecken Brasiliens kamen um dieses Meisterwerk zu sehen.

 

Cristo Redentor, oder Christus, der Erlöser wie wir Ihn kennen, feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag in 2011, und wurde eins der Modernen ‚sieben Weltwunder‘, mit fast 2 Million Besucher jedes Jahr.

 

Wenn ihr euch für mehr Information interessiert, könnt ihr den Dokumentarfilm ‚Arms Wide Open‘ sehen, produziert von Bel Noronha über ihren Ur-Großvater Heitor da Silva Costa und die Geschichte von wie er den Cristo Redentor entworfen und errichtet hat. Um die DVD zu kaufen, bitte schreibt an olivia@lucindariley.co.uk